27.01.2026 - FWV stellt Antrag wegen der Rückstände im Finanzbereich
Antrag
Die Freie Wählervereinigung beantragt, künftig in mindestens jeder zweiten
Gemeinderatssitzung über die Aufarbeitung der Rückstände im Finanzbereich
informiert zu werden. Die Information sollte dabei auch schriftlich und in Form eines
Maßnahmen- und Zeitplans erfolgen, der die Fortschritte und die weiter offenen
Punkte bei der Aufarbeitung der Rückstände aufzeigt. Ziel ist es, bis zum
Haushaltsjahr 2028 alle Rückstände aufgearbeitet zu haben und im Finanzbereich
auf aktuellem Stand zu sein.
Begründung
Nach wie vor sind die letzte kamerale Jahresrechnung 2019, die Eröffnungsbilanz
des Eigenbetriebes Entwässerung und die Eröffnungsbilanz des Kernhaushaltes
offen. Folglich stehen auch alle nachfolgenden Jahresabschlüsse aus.
Der vom Gemeinderat in den vergangenen Jahren genehmigte, deutliche
Personalaufbau in der Finanzverwaltung der Gemeinde Sontheim konnte hier somit
noch nicht das gewünschte Ergebnis bringen. Mehrfach getroffene Zusagen, z.B. zur
Erstellung der Eröffnungsbilanz des Kernhaushalts, wurden leider nicht eingehalten.
Die Freie Wählervereinigung ist angesichts dieser Entwicklung zunehmend besorgt:
- So fehlen der Gemeinde seit Jahren wesentliche Rechnungslegungskennzahlen, so dass keine verlässlichen Angaben über das Eigenkapital,
Rückstellungen und Rücklagen getroffen werden können. Ebenso sind
Aussagen zum Vermögen nur begrenzt möglich. Eine solide Finanzpolitik ist
auf dieser Basis nahezu unmöglich. Vor dem Hintergrund eines immer enger
werdenden Haushaltskorsetts ist dies besonders bedauerlich.
- Noch gravierender ist aber, dass die Gemeinde auch Gefahr läuft, künftig
gewisse Unterstützungsgelder nicht mehr zu erhalten, sollte der aufgezeigte
Missstand nicht bis 2028 beseitigt werden. Die Rückstände im Finanzbereich
stellen somit also nicht nur eine Beeinträchtigung der Gemeinderatsarbeit dar,
vielmehr droht eben auch eine Beeinträchtigung der Gemeinde an sich.
Wenn man sich einmal vor Augen führt, dass die Gemeinde Sontheim im
Schnitt der letzten Jahre mehrere Hundertausende Euro pro Jahr aus dem so
genannten Ausgleichstock erhalten hat, verdeutlicht dies schnell, welch große
finanzielle Gefahr mit den anhaltenden Rückständen im Finanzbereich
verbunden ist. Denn Gelder aus dem Ausgleichsstock wären ohne aktuellen
Stand ab 2028 nicht mehr abrufbar. Als von der Bevölkerung gewählte
Gemeinderäte sehen wir es daher auch als unsere Pflicht an, alles zu
versuchen, um einen solchen Schaden von der Gemeinde abzuwenden.
Aus den genannten Gründen muss aus Sicht der FWV dem Thema Finanzen daher
endlich eine noch größere Priorität eingeräumt werden. Ein regelmäßiger
Tagesordnungspunkt in den Gemeinderatssitzungen, wie von uns beantragt, ist
hierfür ein wichtiger und richtiger Schritt. Gleichzeitig kann so der Gemeinderat
besser als bisher eingebunden werden. Und angesichts der Vielzahl an offenen
Punkten, die einen Beschluss des Gemeinderates benötigen, ist mit Blick auf die
Frist 2028 ohnehin auch kein deutlich gemäßigterer Rhythmus in den kommenden
Monaten möglich.Jonas Pürckhauer
» zurück






